Die Landeshauptstadt Stuttgart rechnet mit rund 100 Millionen Euro zusätzlicher Landesförderung für Infrastrukturmaßnahmen. Möglich macht dies der Klimamobilitätsplan, dessen Umsetzung nun mit dem Beschluss der zentralen Maßnahmen einen entscheidenden Schritt weiter ist.
Was sind zentrale Maßnahmen?
Zentrale Maßnahmen sind jene Vorhaben des Klimamobilitätsplans, die eine besonders hohe Klimaschutzwirkung entfalten. Kommune und Ministerium wählen diese gemeinsam aus. Ihre konsequente Umsetzung ist Voraussetzung für den Erhalt des Klimabonus – einem Förderzuschlag von 25 Prozent zusätzlich zum Regelfördersatz für Maßnahmen nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG). Damit können Kommunen deutlich mehr Mittel für klimafreundliche Mobilitätsprojekte abrufen.
Klimamobilitätsplan als Schlüssel für zukunftsfähige Mobilität
Mit dem Klimamobilitätsplan schafft Stuttgart die Grundlage für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung. Geplant sind unter anderem:
- der Ausbau des Stadtbahnnetzes und der Radinfrastruktur
- der Einsatz emissionsfreier Busse
- ein effizientes Parkraummanagement
Diese Maßnahmen tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern stärken gleichzeitig die Attraktivität des Mobilitätsangebots für die Bürgerinnen und Bürger. Das Land unterstützt Stuttgart dabei mit bis zu 75 Prozent der Kosten für entsprechende Infrastrukturmaßnahmen.
Klimamobilitätspläne lohnen sich für Kommunen
Der finanzielle Nutzen ist erheblich: Die zusätzlichen 25 Prozent LGVFG-Fördermittel für Projekte in den Bereichen Fuß- und Radverkehr, ÖPNV sowie kommunaler Straßenbau können die Kosten für die Erstellung eines Klimamobilitätsplans schnell ausgleichen. Beispielrechnungen zeigen: eine mittlere Großstadt (ca. 200.000 EW) kann für die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen aus einem Klimamobilitätsplan durch den Klimabonus ca. 50 Mio. EUR zusätzlich zum regulären Fördersatz erhalten.
Weitere Kommunen gehen voran
Neben Stuttgart haben bereits sechs weitere Kommunen einen Klimamobilitätsplan fertiggestellt und mit der Umsetzung begonnen. Die Stadt Freiburg war 2025 die erste Kommune, die den Klimabonus für eine Klimamobilitätsplan-Maßnahme erhielt – rund 1,7 Millionen Euro für die Umgestaltung der Elsässer Straße.
Das Kompetenznetz Klima Mobil unterstützt und vernetzt Kommunen bei der Vorbereitung, Erstellung und Umsetzung von Klimamobilitätsplänen.