Landeshauptstadt Stuttgart: klimaangepasste Baumrigole Jahnstraße

Im Rahmen der Neugestaltung der Jahn-, Pischekstraße in Stuttgart soll ein wegfallender Fahrstreifen durch einen Geh-Radweg ersetzt werden. Parallel dazu entsteht auch ein straßenbegleitender Grünstreifen mit insgesamt 60 Baumneupflanzungen, der den neuen Geh-Radweg von der Fahrbahn trennt. 

Bild: Landeshauptstadt Stuttgart

Besonderheiten

Im Fokus steht hier die technische Umsetzung der Baumrigole. Das Gesamtvolumen der Rigole beträgt ca. 2.600 m³, ca.15 % (400 m³) davon sind Hohlraumvolumen. Der Hohlraum wird mit 50% Kompost-Quarzsandgemisch und 50% Pflanzenkohle (PK) gefüllt. Es werden dabei ca. 50t reiner, strukturstabiler Kohlenstoff verbaut. Das entspricht ca. 150t CO₂  das durch diese Baumaßnahme der Atmosphäre entnommen und langfristig gespeichert wird.

Eine Buche speichert in 80 Jahren ca. 1t CO₂. Das heißt, pro Jahr bindet die Buche 12,5 Kilogramm CO₂. Man muss also 80 Buchen pflanzen, um jährlich eine Tonne CO₂ durch Buchen zu speichern. Mit der Baumaßnahme in der Jahnstraße wird demnach die jährliche Kohlenstoff Senkenleistung von 9.000 Buchen erbracht, zuzüglich der Ökosystemleistung (Biomassezuwachs, Luftreinhaltung, Verschattung, Verdunstung) der 60 Neupflanzungen.

Worum geht es in dem Projekt?

Die Jahn-, Pischekstraße in Stuttgart ist eine mehrspurige Straße, die den Stadtteil Degerloch mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Ost verbindet. Die Neugestaltung der Jahn-, Pischekstraße sieht vor, einen Fahrstreifen rückzubauen und durch einen Geh-Radweg zu substituieren. Der Geh-Radweg wird von einem straßenbegleitenden Grünstreifen mit insgesamt 60 Baumneupflanzungen von der Fahrbahn getrennt. Unter dem linear verlaufenden Grünstreifen wird eine Baumrigole nach Stockholmer Modell mit einem Volumen von ca. 2.600 m³ eingebaut. Sie wird über Straßenabläufe der Fahrbahn mit Niederschlagswasser gespeist. 

Welche Ziele verfolgt das Projekt?

Durch die Nutzung der Straßenabläufe wird die Ressource Regenwasser bestmöglich bewirtschaftet (wassersensible Stadt / Schwammstadt), Niederschlagsspitzen werden abgefangen, das Kanalnetz entlastet und eine permanente CO2-Senke geschaffen. 60 neu gepflanzten Bäumen wird durch diese Bauweise eine optimale Nährstoff- und Wasserversorgung mit ausreichend Wurzelraum geboten. Es ist damit zu rechnen, dass durch die Bauweise klimaresiliente Baumstandorte geschaffen werden. Schlüsselelement der Baumrigole ist zertifizierte Pflanzenkohle, gewonnen aus im Kreislauf geführtem Stuttgarter Grünschnitt. Neben der Baumaßnahme selbst wird durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit das Großprojekt zum Stuttgarter Goldstandard von innovativen Baumstandorten.

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