Stadt Singen: klimaangepasster Umbau der Masurenstraße
Die Stadt Singen nutzt die ohnehin erforderliche Erneuerung technischer Infrastruktur in der Masurenstraße als Anlass, den Straßenraum klimagerecht neu zu gestalten. Kanal- und Wasserleitungen, Wärmenetz, Strom, Straßenbeleuchtung und Glasfaser werden mit Entsiegelung, Regenwassermanagement, neuen Bäumen und einer angepassten Verkehrsraumgestaltung zusammen gedacht. So wird aus einer notwendigen Tiefbaumaßnahme ein integriertes Projekt für Klimaschutz, Klimaanpassung und mehr Aufenthaltsqualität.
Besonderheiten
Die Besonderheit des Projekts liegt in der frühzeitigen Verknüpfung ohnehin notwendiger Tiefbauarbeiten mit Maßnahmen der Klimaanpassung. Straßenbau, Leitungen, Wärmenetz, Entsiegelung, Regenwassermanagement und Baumpflanzungen wurden gemeinsam geplant. Entscheidend war die enge Abstimmung zwischen den beteiligten Abteilungen, Stadtwerke und Leitungsträgern, da insbesondere Bäume, Versickerungsflächen und unterirdische Leitungen um denselben begrenzten Straßenraum konkurrieren. Der Planungsprozess benötigt Zeit und gute Kommunikation. Wichtig ist es, die Sprache der Leitungsträger zu übersetzen. Es wurde mit der Toolbox Blue-Green-Street u.a. von Prof. Dr. Eckart, Hochschule Karlsruhe, gearbeitet.
Worum geht es in dem Projekt?
Geplant sind rund 3.500 m² Entsiegelung. Neue Grünstreifen nehmen Niederschlagswasser oberflächennah auf; versickerungsfähiges Fugenpflaster wird bei den Stellplätzen verwendet; ein groß dimensionierter Regenwasserspeicher dient zur Bewässerung städtischer Grünflächen. Zusätzliche Bäume schaffen Verschattung und Verdunstungskühlung. Gleichzeitig werden die Wegebeziehungen, die Lage der Stellplätze und die Trassierung so angepasst, dass insbesondere Schule, Kindergärten und Pflegeheim sicher und möglichst ohne zusätzliche Straßenquerungen erreichbar sind.
Was können andere Kommunen aus diesem Beispiel lernen?
Fördermöglichkeiten früh prüfen. Für die Masurenstraße wurde eine KLIMOPASS-Förderung als Modellprojekt mit einer Fördersumme von 200.000 Euro beantragt.
Die zentrale Erfahrung aus Singen: Der größte Mehrwert entsteht, wenn Klimaanpassung nicht als zusätzliche Einzelmaßnahme nach Abschluss der Tiefbauplanung ergänzt wird, sondern von Anfang an Teil der Straßen- und Infrastrukturplanung ist.
Kontakt
Allgemeine Informationen
- Sandra Schupp, Fachbereich Bauen, Abteilung Stadtplanung
- sandra.schupp@singen.de
- +49 7731 85318